Exkurs

Die Lebensmittel, die wir heute beziehen, kommen längst nicht mehr vom Acker neben der Stadt, sondern reisen dank Globalisierung und moderner Transportmöglichkeiten von überall aus der Welt zu uns. Dies hat zwar den Vorteil, dass wir exotische Früchte und Gemüse zu jeder Jahreszeit zur Verfügung haben, verursacht aber auch drastische Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit.
Da Lebensmittel normalerweise nur kurze Zeit haltbar sind, müssen diese ver- und bearbeitet werden um auf den langen Wegen nicht zu verderben. Dies hat besonders für Fertigprodukte zur Folge, dass große Mengen an Energie und Wasser verbraucht werden und zusätzliche Schadstoffe in die Umwelt gelangen.1)
In der heutigen Welt ist die Ernährung für einen bedeutenden Teil der Umweltbelastungen verantwortlich. So wird etwa 15% der durch Haushalte verbrauchten Energie durch die Ernährung verursacht. Dies bedeutet, dass etwa 75l Benzin pro Person und Monat für Lebensmittel benötigt werden 2). Hinzu kommen die sehr hohen Treibhausgasemissionen durch die Tierhaltung (43,5% der in der gesamten Landwirtschaft entstehenden Treibhausgase allein durch Verdauungsvorgänge der Tiere), der weitreichende Flächenverbrauch für die nötigen Futtermittel (meist Anbau von Tierfuttersoja in gerodeten Regenwaldgebieten in Brasilien) und der hohe Verbrauch der selben (70% der Weltsojaernte gehen in die Tierfütterung).

Biokiste - Gemüsekiste - Obstkiste - Abo

In und um Stuttgart gibt es mehrere Biohöfe mit verschiedenen Kisten im Angebot. Von Babynahrung über Schonkost, Rohkost Gemüse bis Obstkisten bekommt man hier viele immer neu zusammengestellte Pakete in unterschiedlichen Größen für jeden Bedarf geliefert. Oft wird auch eine regionale Biokiste angeboten!

Hier die Internetadressen der Höfe mit einem Angebot für Stuttgart und Umgebung:

Für ganz Baden-Württemberg gibt es außerdem noch eine Liste der demeter zertifizierten Betriebe mit einem Abo - Angebot.

Neu: SoLaWiS

Seit April 2013 gibt es nun auch Gemüse von der Solidarischen Landwirtschaft Stuttgart (SoLaWiS) in Kooperation mit dem Rayerhof in Möhringen. Das Prinzip funktioniert folgendermaßen: Man bezahlt einen bestimmten Preis, damit der Landwirt Zeit aufbringt, sein Feld ökologisch zu bewirtschaftet. Es gibt quasi keinen Preis mehr für die einzelnen Produkte, die Landwirtschaft wird als Ganzes getragen. Wer mehr über diese Möglichkeit der verantwortungsbewussten, ökologischen, regionalen und saisonalen Gemüselieferung (abzuholen an einem Verteilpunkt deiner Wahl in Stuttgart) wissen möchte, kann sich unter http://www.solawis.de informieren.

Wochenmärkte

Wochenmärkte bieten die Möglichkeit, oft regionale Produkte direkt vom Erzeuger zu beziehen. Sie finden in allen Stadtteilen regelmäßig statt. Wann und wo du bei dir auf den Markt gehen kannst, erfährst du hier: http://stuttgarter-wochenmaerkte.de/home/

Vegan Einkaufen

Wer aus ethischen, gesundheitlichen, religiösen oder sonstigen Gründen ganz auf den Gebrauch von tierischen Produkten verzichten möchte, hat heute viele Möglichkeiten. Die Verbreitung veganer Produkte und Ideen ist mittlerweile auf dem Stand, den der Vegetarismus noch vor 10-15 Jahren hatte und schreitet immer weiter voran.
In vielen Supermärkten bekommt man schon entsprechende Spezialprodukte (neben der eh schon reichlich vorhandenen „normalen" veganen Auswahl) und besonders in Biomärkten, Reformhäusern und auch den ersten rein veganen Supermärkten findet man eine Fülle an leckeren und hochwertigen Produkten zum Verzehr und für den täglichen Gebrauch.
Gerade bei Lebensmitteln ist es mit ein wenig Umsicht relativ einfach, diese als vegan zu erkennen - oft steht dies auch direkt auf der Verpackung. Wo dies nicht der Fall ist muss man sich ein wenig mit der Herkunft und den Herstellungsmethoden einzlener Lebensmittel auseinandersetzen, um sich hier entsprechend entscheiden zu können. So wird zum Beispiel bei der Herstellung von Softdrinks, Weinen und Sekt häufig Gelatine verwendet um Geschmacks- und Farbstoffe in das Getränk zu bringen oder Trübstoffe zu entfernen. Diese muss nicht auf dem Etikett angegeben werden, da es sich „nur" um einen Hilfsstoff handelt.
Hier helfen oft nur Produktanfragen direkt beim Hersteller oder man greift auf die mittlerweile große Onlinegemeinschaft zurück.
Für Weinliebhaber haben wir hier eine Liste veganer Weine, die wir von einem freundlichen Biomarktmitarbeiter bekommen haben.

Ein besonderer Punkt ist die vegane Ernährung von Haustieren. Mittlerweile gibt es gut geprüft und z. B. auch von Öko-Test zertifizierte Tiernahrung, die es ermöglicht, auch Haustiere entweder vegetarisch oder sogar vegan zu ernähren, ohne dass ein Mangel befürchtet werden muss. Der Biobereich ist allerdings noch sehr übersichtlich, am besten abgeschnitten hat hier in der letzten Ökotest von Januar 2017 das Futter von VEGDOG - veganes Hundefutter in Bioqualität, dass von und mit Tierärzten entwickelt wurde und einen wichtigen Beitrag zum Tier und Umweltschutz leisten kann.

Fisch

Da es für Bio-Fisch noch kein EU-Biosiegel gibt, muss man beim Einkauf auf verschiedene Siegel achten, eine Liste von Greenpeace mit erhältlichen Biofischprodukten in Stuttgart gibt es hier.

Hofläden

Hofläden bieten die Möglichkeit direkt beim Erzeuger einzukaufen. So weiß man woher die Nahrungsmittel stammen und spart gleichzeitig Transport- und Zwischenverkaufskosten. Wo es Hofläden gibt und was sie anbieten erfährst du hier.

Bioläden

Eine Übersicht an Bioläden und Ständen auf Märkten die Bioprodukte anbieten findest du hier

Die Möglichkeit einer deutschlandweiten Suche nach Naturkostläden und Bio-Supermärkten gibt es hier: http://adressen.naturkost.de/

Viele Informationen bietet auch der Blog Bio in Stuttgart.

Apfelsaft

Streuobstwiesen sind ein typischer Bestandteil der ehemals bäuerlich geprägten Kulturlandschaft in und um Stuttgart, sie bieten vielen Tierarten Lebensraum und sind ein wichtiger Teil der regionalen Lebensmittelproduktion. Um diese Bäume zu erhalten und den lokalen Vertrieb zu fördern gibt es hier den köstlichen Apfelsaft aus Stuttgart. Weitere Details stehen hier.

Alkoholische Getränke

Auch in Stuttgart gibt es einige lokale Brauereien, Weingüter und Spirituosen-Brennereien. Wenn diese auch noch nach biologischen Gesichtspunkten handeln um so besser, eine Übersicht gibt es hier.

Inhaltsstoffe von Lebensmitteln

Wer wissen will, was genau im Essen enthalten ist, kann dies zum Beispiel sehr komfortabel bei Code Check tun. Hier kann man nach Produkten und deren Inhaltsstoffen suchen. Außerdem werden die enthaltenen Inhaltstoffe „erklärt" und als empfehlenswert oder nicht empfehlenswert mit entsprechender Begründung aufgelistet.

Selbst gemacht

Wie man sein Gemüse in einer Großstadt selber zieht, erfährt man z.B. hier. Auch Marmelade lässt sich ganz leicht selber machen. Obst zur entsprechenden Jahreszeit auf dem Markt besorgen, mit Gelierzucker mischen und die Gläser mit kochendem Wasser desinfizieren. Dann das Obst zum Kochen bringen, eventuell noch pürieren und ab in die Gläser. Deckel drauf und abkühlen lassen, schon ist die eigenen Marmelade fertig!

Auch selber Gärtnern ohne Garten ist mit einem Mietgarten z.B. bei www.meine-ernte.de, Inselgrün oder über das Teilen von Gärten beim Co-Gardening möglich!

Das Projekt "Ebene 0" hat seit Ende Mai die oberste Ebene des Züblin-Parkhauses in der Innenstadt zwischen Katharinenstr. und Leonhardsplatz zum öffentlichen Garten umgewandelt! Unbedingt mal vorbei schauen!

Foodsharing

Es muss nicht immer kaufen sein. Nutzen wir doch die Lebensmittel, die bereits produziert wurden und aufgrund von Überfluss und Überproduktion in den Müll wandern würden. Geschenkt. Getauscht. Geteilt. Gegessen.

Mach mit bei 

foodsharing.de

 

Seit kurzem gibt es ein neues Konzept: Foodsharing!
Hier kann jeder Selbstgekochtes kaufen und verkaufen. So kommt man schnell in den Genuß selbsgekochter Speisen auch wenn man keine Zeit hat oder kann überschüssiges abgeben, bevor es verdirbt.

Lebensmittelpreise

Wir sind mit einem Einkaufszettel losgezogen und haben Stuttgarts Bioläden, Märkte und Discounter verglichen. Die Erkenntnisse findet ihr hier.

 


1) http://www.infonetz-owl.de/index.php?id=216
2) http://www.esu-services.ch/cms/fileadmin/download/jungbluth-2000-gaia-artikel.pdf

Ausgezeichnet durch den NACHHALTIGKEITSRAT
Auszeichung Werkstatt Projekt 2012  

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